13. Januar 2010
FT: „Bildung ist das Wichtigste“

Empfang:
Die Freien Demokraten in Bamberg luden zum Neujahrsempfang. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch unterstrich die Bedeutung der Bildung für Bayern.
Bamberg - Den Neujahrsempfang der FDP nutzen rund ein Dutzend Bamberger Studenten, um den Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, der als Festredner zum Empfang in den Ziegelbau gekommen war, mit Plakaten und „Sparhäppchen“ auf die Bildungsmisere an den Hochschulen aufmerksam zu machen.
Heubisch zeigte sich den Protestierenden gegenüber offen und betonte anschließend vor den über 100 geladenen Gästen seine Solidarität: „Diese Art von Studentenprotesten haben eine ganz andere Qualität als die Revolte von 1968. Ich bin daher immer gerne bereit, mich mit den Studierenden an einen Tisch zu setzen und gemeinsam mit ihnen zu versuchen, Lösungen zu finden.“
Kritik am Leistungsdruck
Aus vielen Gesprächen, die er inzwischen an fast allen der 32 Hochschulen in Bayern geführt habe, hätten sich für ihn drei Hauptprobleme an den Universitäten herauskristallisiert: die Studiengebühren, der Bologna-Prozess, der zur Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge führte, sowie die Forderung nach einer „verfassten Studentenschaften“.
„Ähnlich wie in anderen Bundesländern üblich, fordern auch die bayerischen Studenten Studentenschaften, die ein politisches Mandat tragen. Ich sage dazu nicht gänzlich nein, aber Modelle aus anderen Bundesländern, die dort auch nicht funktionieren, werden wir nicht blindlings übernehmen“, unterstrich Heubisch. Ferner betrachtete er die Studiengebühren als „sinnvoll angelegtes Geld zur Qualitätsverbesserung an den Hochschulen“. Einzig beim Bologna-Prozess stand der Wissenschaftsminister ganz auf Seite der Studierenden und gestand, dass der Leistungsdruck zum Teil zu groß sei.
Immer wieder jedoch betonte der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in seiner fast einstündigen Ansprache, dass die Bildung ein liberales Hauptanliegen sei, für welches er sich mit all seiner Macht sich einsetzen werde.
„Studiengebühren sind sinnvoll angelegtes Geld zur Qualitätsverbesserung an den Hochschulen.“
Wolfgang Heubisch
„Natürlich hat sich die FDP auch beispielsweise eine flächendeckende ärztliche Versorgung sowie eine gute Familien- und Sicherheitspolitik auf ihre Fahnen geschrieben, dennoch bleibt für uns die Bildungspolitik die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts“, sagte er. Denn ohne Wissenschaftspolitik wäre der Wohlstand in Bayern nicht haltbar. Schließlich schafften nur Innovationen Arbeitsplätze und diese wiederum Wohlstand.
Während FDP-Kreisvorsitzender Jobst Giehler sich vor allem darüber freute, dass es nach vielen Jahren wieder einen FDP-Neujahrsempfang gab, hatte Ortsvorsitzender Martin Pöhner für das Jahr 2010 fünf liberale Wünsche, die er gerne in Bamberg umgesetzt sehen würde. So soll die Stadt zum einen noch familienfreundlicher werden. Zum anderen soll auch in Zeiten knapper Kassen ausreichend Geld in die Ausbildung der jungen Menschen fließen. „Drittens wünsche ich mir einen Kompromiss in der Frage der Kurzzeitparkplätze“, sagte er. Dieser könne nach seiner Vorstellung eigentlich nur darin liegen, einen privaten Investor zu suchen, der eine weitere Tiefgarage baut. Viertens legte er der Stadt nahe, mehr zu sparen, ohne „dass es einem dabei weh tut“. Sein letzter Wunsch hingegen richtete sich an den Wissenschaftsminister: „Ich hoffe, ihr Staatsministerium bringt uns auch in diesem Jahr wieder mindestens genauso viele gute Nachrichten für Bamberg, wie in den letzten eineinviertel Jahren.“
Fränkischer Tag, Bamberg, Seite 8, 13.01.2010
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