21. Januar 2010
FT: Noch 24 Stunden, dann hält er seine Jungfernrede

Abgeordnetenleben Morgen wird Sebastian Körber (FDP) erstmals an das Rednerpult des Bundestages treten. Sechs Minuten hat er Zeit, um bei der Etatberatung über die Baupolitik der Regierung zu sprechen.
Vor einer Rede im Bundestag kommt Nervosität auf. Das geht selbst erfahrenen Polithasen nicht anders, hat sich Sebastian Körber erzählen lassen. Kein Wunder also, dass der Forchheimer FDP-Bundestagsabgeordnete gerade „ein bisschen nervös“ ist: Morgen wird er seine Jungfernrede im Deutschen Bundestag halten.
Sechs Minuten Zeit, ein Dutzend Kameras – und der Plenarsaal voll mit fachkundigen Zuhörern. Wer unter solchen Bedingungen ans Rednerpult tritt, denkt vorher gründlich nach. Und obwohl er üblicherweise die freie Rede schätze, werde er sich morgen stark an seinem Manuskript orientieren, verriet Körber dem FT.
Rede als Auszeichnung
Am Dienstag hatte der FDP-Abgeordnete getwittert, dass „die ersten Redebausteine für Freitag stehen“. Unterstützt von seinem Fachreferenten, bereitet sich Sebastian Körber aber natürlich schon viel länger auf die Jungfernrede vor: Darin werde er weniger mit Zahlen jonglieren, sondern versuchen, den Bau- und Verkehrshaushalt der Regierung darzustellen. Und einige FDP-spezifische Aspekte betonen. Dass er in der Woche während der Etatberatung reden darf, betrachtet Sebastian Körber als „Auszeichnung“ seiner Fraktion.
Ausgezeichnet fühlt sich der junge Abgeordnete auch in anderer Hinsicht: Er hat für die FDP die Funktion als Vorsitzender des Bundesfachausschusses „Stadtentwicklung und Wohnungswesen“ übernehmen dürfen; und er hat nach langem Warten endlich sein Abgeordnetenbüro beziehen können.
Eine Twittermeldung vom Dienstag verrät die Freude darüber: „Habe meinen Büroschlüssel (juhu endlich) abgeholt.“ Und: „Sitze nun im eigenen Büro- wow- schon ein befreiendes Gefühl.“
Keine Zeit für das Sofa
Dank Körbers Twitter-Leidenschaft ist der Wähler über die meisten tagespolitischen Aktionen des Abgeordneten auf dem Laufenden.
Er wolle auf diesem Weg klar machen, dass ein Bundestagsabgeordneter keine Zeit habe, auf dem Sofa zu liegen, sondern pausenlos eingespannt sei. Selbst wenn er sich während einer Plenarsitzung in sein Arbeitszimmer zurückziehe, verfolge er nebenher das Geschehen über das Parlaments-TV. Der Berliner Arbeitstag von Sebastian Körber beginnt um 6 Uhr und endet nicht vor 22 Uhr. Zwei Pausen möchte der Forchheimer aber fest in sein neues Abgeordnetenleben einbauen: Die Zeit von 6.30 bis 7 Uhr widmet er dem Sport und mittags gönne er sich eine halbe Stunde zum Essen. Um zu vermeiden, was er bei vielen Bundestagskollegen beobachtet habe: „Sie essen nie richtig, immer nur Häppchen nebenher – und werden immer dicker.“
Körber auf Phönix
Übertragung Der Fernsehsender Phönix überträgt sämtliche Reden, die im Bundestag gehalten werden. Wer den Forchheimer Abgeordneten bei seiner Jungfernrede am morgigen Freitag beobachten will, muss sein Gerät zwischen 9 und 11 Uhr einschalten. Vermutlich werde seine Sechs-Minuten-Rede in die Zeit zwischen 10 und 10.30 Uhr fallen, sagt Sebastian Körber. Vor ihm werden ein Minister und drei andere Abgeordnete zu Wort kommen.
Fränkischer Tag, 21.01.2010
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